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Erst nachdenken, dann rechnen und aufschreiben: Bei der Mathematik-Olympiade ist Konzentration gefragt. Foto: Barbara Frommann
Bonn. Drei Kugeln sind so schwer wie zwei Zylinder. Zwei Würfel sind so schwer wie fünf Kugeln. Wie viele Zylinder sind so schwer wie drei Würfel? Für die Teilnehmer der Bonner Regionalrunde der 49. Mathematik-Olympiade sollte diese Aufgabe kein Problem darstellen.
Ein Taschenrechner als Lösungshilfe ist allerdings verboten. Lediglich mit Schreibzeug, einem Geo-Dreieck und einem Zirkel ausrüstet, brüten die fast 300 Schüler der Klassen fünf bis 13 aus 19 Bonner Schulen konzentriert über ihren Rechenaufgaben.
Der große Saal im T-Mobile-Forum am Landgrabenweg gleicht einem Klassenzimmer. Wer hier die Nase vorn haben will, braucht keine schnellen Beine oder starke Arme, sondern einen klugen Kopf. "Es geht darum, für ein mathematisches Problem die richtige Strategie zu finden. Wichtig ist auch, die Lösung dann vernünftig darzustellen", sagt Gabi Ernst-Brandt, Vorsitzende des Vereins Mathe Pro, der die Bonner Regionalausscheidung durchführt.
Insgesamt haben die Schüler drei Stunden Zeit, die nach Jahrgangsstufen differenzierten Aufgaben zu meistern. Allerdings schöpft nicht jeder die Zeit voll aus. So zum Beispiel Tillmann vom Helmholtz-Gymnasium. Während sich nicht wenige Olympioniken noch mit Geometrie, Algebra und Analysis herum quälen, entspannt er sich bereits im Foyer des T-Mobile-Forums.
Dennoch seien die Aufgaben schon eine Herausforderung gewesen, sagt er. "Die waren schon anders als in der Schule." Mathe liegt dem 14-Jährigen, gerne würde er später im informatischen Bereich arbeiten. "Die meisten, die hier antreten, sind auf jeden Fall mathematisch begeistert und üben auch außerhalb der Schule", sagt Ernst-Brandt.
Ende November werden die Sieger der Regionalrunde im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium geehrt. Die besten 20 Bonner Rechenkünstler treten Anfang kommenden Jahres beim Landeswettbewerb an. Da würde auch die zehnjährige Charline vom Sankt-Adelheid-Gymnasium gerne dabei sein. Zwar hatte sie anfangs, wie sie sagt, keine richtige Lust, an der Vorausscheidung in ihrer Schule, die der regionalen Runde voraus ging, mitzumachen.
Doch jetzt, da sie sich nun mit den Denksportlern der anderen Bonner Schulen gemessen hat, will sie auch eine Runde weiter kommen. "Das wäre schon super", meint sie. Die richtige Lösung der Würfel, Kugel und Zylinder-Aufgabe ist übrigens fünf: Drei Würfel sind so schwer wie fünf Zylinder - nach den Richtlinien der Mathematik-Olympiade ist das eine Rechenaufgabe für das sechste Schuljahr.
Artikel vom 14.11.2009
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